
»Reisewarnung für DKB- und Hanseaticbankkunden!!«
und wieder geht für uns eine ereignisreiche Woche zu Ende. Wir wissen gar nicht, womit wir anfangen sollen...? Vielleicht damit, dass Nationalparks in Tansania relativ teuer sind und… Oder eher damit, dass man uns schon wieder geblitzdingst hat..? Oder erstmal damit, dass sich nun schon mehrfach das halbe Dorf samt Ortsvorsteher und Polizeichef morgens, als uns dann doch ein Ziegenhirte an unserem Wildcamspot entdeckt hat, vor unserem Campervan versammelt hatten und uns erklärt haben, dass wir uns erst im Dorf hätten registrieren müssen. Ok, in welchem Dorf und wo genau..? 🤷 Das leuchtet dann doch schneller ein als gedacht und am Ende wollen Sie ein Selfie mit uns haben und wissen, ob wir auf FB oder Insta sind? Ok, damit können wir leben und trotzdem versuchen wir uns seitdem noch etwas besser zu verstecken, denn nun wissen wir, dass in Tansania Wildcamping eigentlich nicht erlaubt ist. Da wir aber die typischen Touri- und Stellplatz-App-Routen meiden und letzteres auch kategorisch ablehnen, bleiben uns nur unsere selbstgesuchten „Wildcampspots“. Weiter geht die Fahrtund wieder werden wir rausgewunken, obwohl wir inzwischen sehr exakt vorhersagen können, wann kontrolliert wird. Immer wenn LKW`s oder Sammeltaxis urplötzlich mit weniger als 30km/h auf einer Landstraße fahren, dann ist Vorsicht geboten. Die bisherige Trefferquote liegt hier bei 100%. Und trotzdem erwischt es uns wieder. 74km/h bei erlaubten 50, so der Vorwurf. Das auf dem Schild 80km/h steht, beeindruckt den Officerwenig. Dass wir mit gleich zwei GPS-Systemen unsere Route aufzeichnen und jeden Meter inkl. der gefahrenen Geschwindigkeit jederzeit abrufen können, verunsichert den Officer dann doch etwas und er lässt uns direkt weiterfahren.
Dann erreichen wir den Mikumi-NP, teuer aber tierreich soll er sein, so verspricht es unser Reiseführer. Als Nicht-Afrikaner dürfen wir ausschließlich in US$ bezahlen und das auch nicht zu knapp! Wir fragen den Ranger, ob und wo wir uns mit unserem Fahrzeug im Park bewegen können und bekommen die Routen auf der Karte am Parkeingang gezeigt. So weit die Theorie, in der Praxis dauert es allerdings nicht lange und wir irren durch eine Großbaustelle rund um den Airstrip. Mehrfach steige ich aus und frage LKW- und Baumaschinenfahrer nach dem Weg. Letztendlich fahren wir auf der Landebahnweiter und dann querfeldein, bis wir wieder eine Piste erreichen. Wir sehen ein paar Elefanten, Zebrasund Griaffen, sowie mehrere Großvögel, bis wir wieder in einer Baustelle landen. Die Hauptpiste ist über mehrere Kilometer gesperrt und nebendran eine willkürliche Spur, für die unser Fahrzeug bei weitem nicht geeignet ist. Gleich mehrfach fahren wir uns beinahe fest und so wenden wir nach ca. 1,5 Kilometer, wo man eigentlich nicht wenden kann. Die Tourguides schicken uns im Kreis und erklären uns, dass wir eine Tour buchen müssen…
Wir verlassen den Park und lassen auch unsere bezahlte Übernachtung im Park sausen, sch… auf das Geld, irgendetwas läuft hier gehörig falsch! Wir fahren eine super schöne Lodge außerhalb des Parks an, sprechen mit dem sehr netten Besitzer, der hier seit 25 Jahren lebt und arbeitet, mit dem Polizeichef und mehreren Tour-Guides. Volltreffer!
Wir recherchieren mehrere Tage und sind einfach nur fassungslos… Wir möchten ja niemandem seinen Safari-Urlaub verderben aber was hier abgeht, das geht noch nicht mal auf zehn Elefantenhäute: Um ausländischen Jagd- und Safaritouristen das Bild einer weiten, natürlichen und menschenleeren Wildtierlandschaft zu vermitteln, werden hier heute noch Menschen mit Waffengewalt systematisch vertrieben und teilweise auch ermordet! Welcome to Tansania und TANAPA-Nationalparks! Mit dem Geld der „Weltbank“ und der Touristen wird hier kräftig investiert. Nationalparks werden auf Kosten der örtlichen Bevölkerung massiv ausgedehnt und Flugplätze im Nationalpark gebaut, um an die Devisen der „Fly-Inn-Touristen“ zu kommen. Wer im Nationalpark landet, der muss im Nationalpark eine sehr teure Unterkunft nehmen und sehr teure geführte Luxus-Safaris machen. So der Plan der Regierung für alle staatlichen TANAPA-Nationalparks wie Serengeti, Ngorongoro, Ruaha und eben auch Mikumi, neben vielen anderen! Die örtliche Bevölkerung bleibt dabei weitestgehend außenvor, die Devisen gehen direkt an den Staat. Die „Weltbank“ hat das Projekt „REGROW“ inzwischen eingestellt, nachdem mehrfach nachgewiesen wurde, dass mit dem Geld auch Fahrzeuge, Waffen und Ausrüstung angeschafft wurden, um den Maasai den Zugang zu sauberem Wasser, Schulen und medizinischer Versorgung abzuschneiden… OK, wir haben genug von der schönen, heilen, inszenierten Safari-Touristen-Welt in Tansania. Eigentlich wollten wir in all diesen Parks mehrere Tage verbringen aber das werden wir jetzt erstmal gründlich überdenken. Wer mehr darüber lesen möchte, für den haben wir ein paar Links in den Kommentaren. Ansonsten einfach mal die Suchmaschinen mit den Begriffen „REGROW Tansania“ in Verbindung mit „Weltbank“ „Lilondo“ „Ruaha“ und „Oakland Institute“ füttern. Die meisten Reiseveranstalter wollen davon übrigens nix wissen und erst recht nicht, dass Ihre gut zahlenden Touristen davon wissen
Wir genießen heute nochmal den Pool und das leckere Essen in der Lodge und wünschen Euch einen schönen Sonntag
#abenteuer #campervan #tansania #Weltbank #africa #reisen #overlander #tierfotograie #weltreise
🇹🇿Tansania 🇹🇿
Unsere 10 Tage Urlaub am Victoriasee sind leider schon vorbei und der harte Weltreisealltag hat uns wieder eingeholt. LKW's und Überlandbusse, die trotz Gegenverkehr überholen und jede Menge Schlaglöcher in Badewannengröße auf der Straße
In den Ortschaften ist hier meist nur 50km/h erlaubt, allerdings ist aufgrund fehlender oder kaum lesbarer Schilder nicht immer so ganz ersichtlich, wo eine Ortschaft anfängt und wo sie wieder aufhört. Auch nach der Bebauung kann man nicht wirklich gehen, denn in Tansania stehen entlang der Straße eigentlich überall irgendwelche Hütten. Und so kommt es, wie es kommen muss und wir werden mal wieder geblitzt
und direkt rausgewunken
Wir sollen eine Strafe zahlen, da wir zu schnell waren! Anfänger fragen jetzt meist nach der Höhe der Strafe
Mach das „NIEMALS“, egal wo auf der Welt, sonst ist es direkt vorbei. Wir unterhalten uns erst ein wenig nett, aber sie kommt immer wieder zurück zur Strafe, ohne einen Preis zu nennen und somit ist klar, sie möchte einfach etwas haben, mehr oder weniger inoffiziell. So läuft das nunmal. Wir sind aber Touristen und kennen uns mit den Regeln und Gesetzen hier nicht so gut aus, das ist halt auch einfach so. Also erklären wir uns ein wenig, lassen uns jede Menge Ausreden einfallen, erzählen von unserer Reise durch Afrika und versuchen die uniformierte Beamte stets bei Laune zu halten. Und so fahren wir auch dieses mal nach wenigen Minuten einfach weiter, ohne einen Cent zu bezahlen. Trotz, dass wir versehentlich mit knapp 80 Sachen in den Ort und direkt in die Laserpistole gebrettert sind...
Mangels Supermärkten kann man hier eigentlich nur an der Straße einkaufen, allerdings gibt es jetzt schon seit einiger Zeit nur noch Kürbisse und rote Zwiebeln
und dazu fällt uns irgendwie kein vernünftiges Rezept ein, also erstmal weitersuchen. Dann kommt ein größerer Ort und wir bekommen Süßkartoffel in beige und lila, eine riesige Melone, Bananen, einen Erdbeerjoghurt (zum selben Preis wie die Monstermelone) und ein paar Flaschen „Serengeti Lager“. Na also, geht doch...
Jetzt brauchen wir nur noch einen ruhigen, einsamen Platz für die Nacht aber das ist hier gar nicht so einfach. Wir fahren über eine kleine Brücke, die der nächsten TÜV-Zertifizierung sicher nicht standhält
Das eine Rad am Abgrund und das Andere gerade noch auf dem Holzbalken. Gewichtsangabe: „Wird schon schiefgehen“.
Ja, so ein kleines, leichtes Weltreisefahrzeug hat einfach gewisse Vorteile
An unserem nächsten Wildcampspot bleiben wir dann gleich 3 Nächte, da wir hier mal wieder keinen einzigen Menschen gesehen haben. Genau so mögen wir das
Wir wünschen euch einen enspannten Sonntag
#abenteuer #campervan #tansania #africa #reisen #overlander #tierfotografie #weltreise
Tansania
Seit über einer Woche sind wir hier in unserem kleinen Paradies am Victoriasee und es kommt durchaus etwas Urlaubsfeeling auf
Stellplatz mit Aussicht, gepflegte, saubere Anlage, schöner Pool und natürlich ein leckeres Restaurant, welches wir rege nutzen
Hier im touristisch kaum bekannten und daher weitestgehend unerschlossenen Westen Tansanias, wo sich nur eine Handvoll Touristen im Jahr verlaufen, ist solch eine Anlage eine absolute Ausnahmeerscheinung und ein regelrechtes Juwel.
Doch leider gibt es kein Paradies ohne Schatten. Die Region ist geprägt von Kolionaler Ausbeutung und der See längst durch Überfischung und durch das Einschleppen und Einsetzen invasiver Arten, wie dem Nilbarsch oder den Wasserhyazinthen, gekippt. Dazu kommt, dass nur etwa 10% der Abwässer (Industrielle, landwirtschaftliche und häusliche) die in den See geleitet werden gefiltert oder geklärt werden, was verherende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat. Die Nutzung als Trinkwasser ist lebensgefährlichund auch schwimmen sollte man hier keinesfalls 🏊
, wenn man eine Bilharziose Infektion vermeiden möchte. Der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt ist eine einzige menschengemachte Umweltkatastrophe! So weit so besorgniserregend...
Morgens tapsen die Witwenstelzen auf unserem Dach spazieren, als wollten sie uns wecken. Während das Kaffeewasser kocht steigen die ersten Schreiseeadler auf und machen ihrem Namen alle Ehre. Auf den Felsen sonnen sich bereits die Mwanza-Felsenagamen und das bleibt auch dem Gelbschnabel Milan nicht verborgen, der zusammen mit den Nimmersatten, den Marabus, den Pelikanen und vielen anderen Großvögeln längst die Lufthoheit erungen hat. Zum Abend ziehen die Ibisse im Formationsflug über unsere Köpfe hinweg zu ihren Schlafplätzen und sobald es dunkel wird gehen die Schleiereulen auf die Jagd. Bisher war die Ausbeute an Wildlife, hier in Tansania, ja recht übersichtlich. Hier am Viktoriasee hat sich das schlagartig geändert. Die Artenvielfalt ist einfach gigantisch🦩🪲
Wir wünschen Euch einen schönen Sonnta
#abenteuer #campervan #tansania #lakevictoria #africa #overlander #tierfotografie #vogelfotografie #reisen #Weltreise
Tansania: Inzwischen sind wir am Victoriasee und genießen die Vorzüge einer tollen Lodge
Der Victoriasee ist der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Mit 68.800km² ist er etwa so groß wie Bayern und beheimatet außerdem die größte Binneninsel Afrikas. Die Länder Tansania, Uganda und Kenia teilen sich den Victoriasee, der als Hauptquelle des weißen Nils gilt. Unseren schönen Wildcampspot am Tanganjikasee mußten wir am zweiten Abend noch verlassen, da drei "bewaffnete" Männer meinten, sie könnten durch Einschüchterung Geld von uns erpressen. Da sind sie bei uns ja an der komplett falschen Adresse
Irgendwie war es aber auch lustig, denn die drei kamen zusammen auf einem Moped angefahren, stiegen ab und positionierten sich A-Team-mäßig um uns herum und verschränkten dabei die Arme wie Meister Propper. Einer hatte eine Militäruniform an und war mit einem Schlagstock bewaffnet, der andere hatte zwei selbstgebastelte Nunchuks am Gürtel und der Dritte ein rosafarbenes Sprungseil, welches er sich wahrscheinlich von seiner Tochter ausgeliehen hatte. Nun standen sie da vor uns und wußten nicht so recht, was sie sagen sollten, denn wir waren irgendwie nicht wirklich beeindruckt
In solchen Situationen ist es immer enorm wichtig, dass man die Lage schnell und zielsicher einschätzt. Das Rosa Sprungseil und die Militäruniform mit einem US-Abzeichen haben sie in sekunden entlarft und so haben wir sie per afrikanischen Handschlag freundlich begrüßt und ein paar Späße gemacht. Irgendwann fuhr einer nochmal los, da wir uns ins Guestbook des Ortes hätten eintragen müssen. Ok, als er mit dem Buch wieder kommt tragen wir unsere Namen ein und bedanken uns nochmals. Längst ist uns klar, dass jetzt gleich die Frage nach Geld oder was zum Essen kommt. Ok, eventuell hätten wir ihnen noch etwas zu Trinken gegeben, doch dann wurden sie konkreter: TZS 100.000,- (€30,-) Das ist natürlich komplett absurd und nach ein paar Diskussionen steigen wir einfach in unseren Van und lassen den Ort samt den Hampelmännern hinter uns. Unter Weltreisenden gibt es ja so diverse Grundregeln wie: Fahre niemals bei Nacht (wir haben ja noch nie verstanden warum meist genau diese Reisenden LED-Bars am Reisefahrzeug spazierenfahren, aber egal
) Da wir uns in einer touristischen Ecke befinden, haben sie genau darauf gehofft und kamen natürlich kurz vor Sonnenuntergang. Blöd nur, dass wir unsere eigenen Regeln haben und Nachtfahrten für uns eher die Regel als die Ausnahme sind. Eine unserer Regeln ist: Jeden Tag ein neuer versteckter Wildcampspot! Und genau das wurde uns hier zum Verhängnis, denn es war der "zweite" Tag und somit wäre die Situation erst gar nicht entstanden, wenn wir uns daran gehalten hätten! Die üble Piste schaffen wir gerade noch in der Dämmerung, doch als wir den Ort verlassen ist es bereits stockfinster. Nachts gelten andere Gestze, jetzt regiert die Lichthupe und die Sonnenblende. Denn entweder sind die Fahrzeuge unbeleuchtet oder mit extrem grellblendenden LED's aus dem China-Zubehör ausgestattet. Also Sonnenblende runter und auf den Fahrbahnrand konzentrieren. Am besten sucht man sich einen LKW oder Überlandbus und fährt einfach hinterher. Dann kommt uns wenigstens keiner auf unserer Spur entgegen, was hier völlig normal ist. Ansonsten heißt es eben, extrem aufmerksam fahren und immer damit rechnen, dass ein unbeleuchtetes Fahrzeug plötzlich auftaucht. Hier und da brennt es neben der Straße und es gibt quasi keine Polizeikontrollen
Im nächsten Ort stehen mehrere bunt beleuchtete LKW's auf der Kreuzung und veranstalten ein musikalisches Hupkonzert und die Menschen tanzen dazu mitten auf der Kreuzung. Sowas erlebt man halt nur nachts... Die Kunst des Weltreisens ist es, jede Situation zu meistern und bei Nacht den Wildcampspot zu wechseln gehört für uns zu den einfachsten Dingen auf unserer Weltreise. Auch wenn es nachts extrem schwierig ist einen Wildcampspot irgendwo im Busch zu finden. Habt alle einen schönen und entspannten Sonntag
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