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Tansania
Seit über einer Woche sind wir hier in unserem kleinen Paradies am Victoriasee und es kommt durchaus etwas Urlaubsfeeling auf
Stellplatz mit Aussicht, gepflegte, saubere Anlage, schöner Pool und natürlich ein leckeres Restaurant, welches wir rege nutzen
Hier im touristisch kaum bekannten und daher weitestgehend unerschlossenen Westen Tansanias, wo sich nur eine Handvoll Touristen im Jahr verlaufen, ist solch eine Anlage eine absolute Ausnahmeerscheinung und ein regelrechtes Juwel.
Doch leider gibt es kein Paradies ohne Schatten. Die Region ist geprägt von Kolionaler Ausbeutung und der See längst durch Überfischung und durch das Einschleppen und Einsetzen invasiver Arten, wie dem Nilbarsch oder den Wasserhyazinthen, gekippt. Dazu kommt, dass nur etwa 10% der Abwässer (Industrielle, landwirtschaftliche und häusliche) die in den See geleitet werden gefiltert oder geklärt werden, was verherende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat. Die Nutzung als Trinkwasser ist lebensgefährlichund auch schwimmen sollte man hier keinesfalls 🏊
, wenn man eine Bilharziose Infektion vermeiden möchte. Der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt ist eine einzige menschengemachte Umweltkatastrophe! So weit so besorgniserregend...
Morgens tapsen die Witwenstelzen auf unserem Dach spazieren, als wollten sie uns wecken. Während das Kaffeewasser kocht steigen die ersten Schreiseeadler auf und machen ihrem Namen alle Ehre. Auf den Felsen sonnen sich bereits die Mwanza-Felsenagamen und das bleibt auch dem Gelbschnabel Milan nicht verborgen, der zusammen mit den Nimmersatten, den Marabus, den Pelikanen und vielen anderen Großvögeln längst die Lufthoheit erungen hat. Zum Abend ziehen die Ibisse im Formationsflug über unsere Köpfe hinweg zu ihren Schlafplätzen und sobald es dunkel wird gehen die Schleiereulen auf die Jagd. Bisher war die Ausbeute an Wildlife, hier in Tansania, ja recht übersichtlich. Hier am Viktoriasee hat sich das schlagartig geändert. Die Artenvielfalt ist einfach gigantisch🦩🪲
Wir wünschen Euch einen schönen Sonnta
#abenteuer #campervan #tansania #lakevictoria #africa #overlander #tierfotografie #vogelfotografie #reisen #Weltreise
Tansania: Inzwischen sind wir am Victoriasee und genießen die Vorzüge einer tollen Lodge
Der Victoriasee ist der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Mit 68.800km² ist er etwa so groß wie Bayern und beheimatet außerdem die größte Binneninsel Afrikas. Die Länder Tansania, Uganda und Kenia teilen sich den Victoriasee, der als Hauptquelle des weißen Nils gilt. Unseren schönen Wildcampspot am Tanganjikasee mußten wir am zweiten Abend noch verlassen, da drei "bewaffnete" Männer meinten, sie könnten durch Einschüchterung Geld von uns erpressen. Da sind sie bei uns ja an der komplett falschen Adresse
Irgendwie war es aber auch lustig, denn die drei kamen zusammen auf einem Moped angefahren, stiegen ab und positionierten sich A-Team-mäßig um uns herum und verschränkten dabei die Arme wie Meister Propper. Einer hatte eine Militäruniform an und war mit einem Schlagstock bewaffnet, der andere hatte zwei selbstgebastelte Nunchuks am Gürtel und der Dritte ein rosafarbenes Sprungseil, welches er sich wahrscheinlich von seiner Tochter ausgeliehen hatte. Nun standen sie da vor uns und wußten nicht so recht, was sie sagen sollten, denn wir waren irgendwie nicht wirklich beeindruckt
In solchen Situationen ist es immer enorm wichtig, dass man die Lage schnell und zielsicher einschätzt. Das Rosa Sprungseil und die Militäruniform mit einem US-Abzeichen haben sie in sekunden entlarft und so haben wir sie per afrikanischen Handschlag freundlich begrüßt und ein paar Späße gemacht. Irgendwann fuhr einer nochmal los, da wir uns ins Guestbook des Ortes hätten eintragen müssen. Ok, als er mit dem Buch wieder kommt tragen wir unsere Namen ein und bedanken uns nochmals. Längst ist uns klar, dass jetzt gleich die Frage nach Geld oder was zum Essen kommt. Ok, eventuell hätten wir ihnen noch etwas zu Trinken gegeben, doch dann wurden sie konkreter: TZS 100.000,- (€30,-) Das ist natürlich komplett absurd und nach ein paar Diskussionen steigen wir einfach in unseren Van und lassen den Ort samt den Hampelmännern hinter uns. Unter Weltreisenden gibt es ja so diverse Grundregeln wie: Fahre niemals bei Nacht (wir haben ja noch nie verstanden warum meist genau diese Reisenden LED-Bars am Reisefahrzeug spazierenfahren, aber egal
) Da wir uns in einer touristischen Ecke befinden, haben sie genau darauf gehofft und kamen natürlich kurz vor Sonnenuntergang. Blöd nur, dass wir unsere eigenen Regeln haben und Nachtfahrten für uns eher die Regel als die Ausnahme sind. Eine unserer Regeln ist: Jeden Tag ein neuer versteckter Wildcampspot! Und genau das wurde uns hier zum Verhängnis, denn es war der "zweite" Tag und somit wäre die Situation erst gar nicht entstanden, wenn wir uns daran gehalten hätten! Die üble Piste schaffen wir gerade noch in der Dämmerung, doch als wir den Ort verlassen ist es bereits stockfinster. Nachts gelten andere Gestze, jetzt regiert die Lichthupe und die Sonnenblende. Denn entweder sind die Fahrzeuge unbeleuchtet oder mit extrem grellblendenden LED's aus dem China-Zubehör ausgestattet. Also Sonnenblende runter und auf den Fahrbahnrand konzentrieren. Am besten sucht man sich einen LKW oder Überlandbus und fährt einfach hinterher. Dann kommt uns wenigstens keiner auf unserer Spur entgegen, was hier völlig normal ist. Ansonsten heißt es eben, extrem aufmerksam fahren und immer damit rechnen, dass ein unbeleuchtetes Fahrzeug plötzlich auftaucht. Hier und da brennt es neben der Straße und es gibt quasi keine Polizeikontrollen
Im nächsten Ort stehen mehrere bunt beleuchtete LKW's auf der Kreuzung und veranstalten ein musikalisches Hupkonzert und die Menschen tanzen dazu mitten auf der Kreuzung. Sowas erlebt man halt nur nachts... Die Kunst des Weltreisens ist es, jede Situation zu meistern und bei Nacht den Wildcampspot zu wechseln gehört für uns zu den einfachsten Dingen auf unserer Weltreise. Auch wenn es nachts extrem schwierig ist einen Wildcampspot irgendwo im Busch zu finden. Habt alle einen schönen und entspannten Sonntag
#abenteuer #campervan #tansania #africa #victoriasee #Reisen #overlander #naturfotografie #Weltreise
Tansania: Wir sind am Tanganjikasee
Na, schonmal gehört..? Geografische Superlativen, sind für Weltreisende ja oft das Salz in der Suppe und das gilt natürlich auch für uns, und genau deshalb hauen wir heute mal einen absoluten Kracher raus. Wir stehen hier am touristisch kaum erschlossenen Ostufer des Tanganjikasees, soweit so unspektakulär. Drehen wir die Zeit
aber mal ein paar Millionen Jahre vor, dann stehen wir hier eventuell nicht mehr am Ostufer eines Sees, sondern am Westufer eines neuen Kontinents und schauen auf einen neuen Ozean! Genau, wir sind hier am "Großen Afrikanischen Grabenbruch" dem Naturwunder schlechthin, sowohl geologisch, wie biologisch und auch historisch gesehen. Hier zerbricht Afrika gerade in zwei Teile, die Somaliaplatte entfernt sich messbar von der Afrikanischen Platte. Dadurch entstehen riesige Seen, wie eben der Tanganjikasee. Er ist der zweitgrößte See in Afrika [Etwa 60x so groß wie der Bodensee] und nach dem Baikalsee der zweittiefste See der Welt [1.470m und somit befindet sich hier auch der tiefste Punkt Afrikas: 696m unter Meeresspiegel]. Der See ist etwa 9-12 Mio. Jahre alt, weshalb ca.95-98% aller Fischarten hier endemisch sind. Die Evolution der Buntbarsche (Cichliden) gilt hier als biologisches Weltwunder, da sich hier aus nur wenigen Arten 240-250 neue Arten entwickelt haben... Ok, genug Theorie für heute...
Unser Wildcampspot, direkt am Steilufer, wo die Palmgeier patroulieren, ist ein Traum. Die Anreise gestaltete sich dagegen etwas abenteuerlich, als sich ein paar Dörfer hinter Mpanda, die Asphaltdecke urplötzlich in eine wilde Piste verwandelte. Außer einer handvoll Überlandbusse fährt hier niemand und schnell wird auch klar warum...
Ok, 150km "rough road" (das ist eine schlechte "dirt road") liegen nun vor uns, keine Ahnung, ob wir da mit unserem 2WD Seriensprinter durchkommen. Aber egal, wir nennen das Abenteuer und fahren los. Traumhafte, einsame Wildcampspots, kein Internet, nahezu null Verkehr, also genau unser Ding. Wir übernachten 2x auf den 150km, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt hier bei etwa 15-20km/h
Aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss...
Etwa 25km vor Uvinza [ab hier ist dann wieder Asphalt] staubt es vor uns und es kommt kurzfristig etwas Endzeitstimmung auf als ein LKW gefolgt von zwei Männern wie aus dem Nichts vor uns aus einer Staubwolke auftauchen. Wir fahren links ran und warten. Der LKW kämpft sich mühevoll durch eine tiefe Staub-/Sandpassage. Die Spuren verraten eindeutig, dass er länger gekämpft hat, bis er letztendlich durch war
Er bedankt sich fürs Warten und grinst ein wenig hämisch...
Dann sind wir dran und alle drei schauen uns hinterher... Ach du Sch...
Schnell noch das ASR deaktiviert und die Drehzahl auf 3.000U/min katapultiert. Luftdruck ist ohnehin schon etwas abgesenkt und dann heisst es mal wieder "durchprügeln". Der Sand/Staub ist teilweise 20-30cm tief aber es geht zum Glück leicht bergab. Wir suchen kramphaft nach einer Linie, einer Spur der wir folgen können aber der LKW hat alles zerpflügt, um selbst irgendwie da durchzukommen
Unser Stoßfänger wird zum Pflug während die Antriebsräder verzweifelt nach Grip suchen. Unser Kübler bricht aus, rechts, links, gegensteuern. Bloß nicht in den Graben rutschen, teilweise stehen wir komplett quer zur Fahrbahn, die Räder drehen und das ESP regelt sich schwindelig. Dafür wurde das Fahrzeug definitiv nicht gebaut und trotzdem wühlt er sich irgendwie durch. Im Rückspiegel sehen wir nur noch Staub und vor uns tiefe Furchen. Querfahren ist für mich kein Problem, das habe ich zigfach auf allen Untergründen mit allen erdenklichen Fahrzeugen oftgenug praktiziert. Dennoch ist es hier was anderes, denn mann sieht halt nix. Ratzfatz knallt man da irgendwo dagegen oder sitzt auf. "Blindflug" nennt man sowas in Fachkreisen
Dann sind wir durch, ganz ohne Schaden und ohne steckenbleiben, puh
Seriensprinter/Sommerreifen! Nur mal so fürs Protokoll
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In Mpika verlassen wir die Transitstrecke T2 und fahren die letzten 405km auf einer kaum befahrenen Nebenstrecke zu einem kleinen abgelegenen Grenzposten in Richtung Tansania. Das Visa hätten wir eigentlich längst online beantragen müssen, aber wir sind da ja eher "old-school-traveller" und hoffen auf ein Visa on arrival. Ob das funktioniert und ob wir hier unser CDP gestempelt bekommen, wissen wir nicht. Wir entscheiden uns ja meist für kleine, abgelegene Grenzen, auch wenn wir jetzt einmal Pech hatten, sind wir weiterhin davon überzeugt, dass es dort eigentlich immer einfacher ist und man irgendwie immer eine Lösung findet. Unser letzter Wildcampspot in Sambia ist ein Traum und so fahren wir guter Dinge die letzten 120km auf dem "Pothole-Highway" in rund 3h bis zur Grenze, die letzten 25km davon auf Pisten.
Exit: Ausser uns ist hier kein Mensch, Pässe und CDP ausstempeln fertig, keine 10min
Entry: Auch hier nix los. Pässe abgeben 2x US$50 Visa-Gebühr bezahlen und dann ca 20min. warten, bis die sehr netten Immigration Officers für uns die Visaformalitäten erledigen, fertig
Dann Gelbfieber-Impfung vorzeigen, weiter zum CDP Stempeln und das TIP ausstellen. Das ist in Tansania irgendwie eine Besonderheit, man braucht trotz CDP noch ein TIP. Beim Bezahlen hatte der Customs Officer einen kurzen Versuch gestartet seinem Geldwechsler-Coussin ein Geschäft zu zustecken, welches wir aber sofort im Keim erstickt haben. Wenn US$ auf der Rechnung steht, dann zahlen wir auch in US$ und wechseln nicht erst die US$ in Schilling um, um sie dann in mobile money zu transferieren und dabei am Ende das Doppelte zu bezahlen
Netter Versuch. Solche Kleinigkeiten gehören zum Reisealltag und erheitern uns eher, als das sie uns ärgern. Alles in allem war es einer der entspanntesten Grenzübertritte
Wir sind in Tansania
und nach weiteren 50 Pistenkilometern erreichen wir auch wieder die Asphaltdecke. Diese hält nur nicht allzu lange an, dann folgen weitere rund 90km staubige Wellblechpiste durch den Katavi Nationalpark. Ein LKW nach dem anderen brettert hier, begleitet von riesigen Staubwolken, durch
Aber wir wissen uns natürlich zu helfen und bremsen sie ein, ansonsten riskiert man seine Windschutzscheibe und kann den Luftfilter direkt wechseln. Dann hatte einer der LKW-Fahrer eine tolle Idee, er versuchte zu wenden und hat mit seinem Auflieger die Antriebsachse der Zugmaschine ausgehebelt
So stehen wir erstmal und warten, bis ein anderer LKW mit einem 5t. Spanngurt versucht den Auflieger wegzuziehen. Ja genau, was für eine brilliante Idee. Wer hätte es gedacht, der Spanngurt reißt 🤦 Also nimmt man mehrere Spanngurte und irgendwann können wir dann auch endlich wieder weiterfahren. In Afrika sollte man immer genug Zeit mitbringen, während man seine Uhr getrost zu Hause lassen kann. "Hakuna Matata" lautet hier in
das Motto. Ob Tankwart, Versicherungs-Dame oder an den Checkpoints. Alle sind hier super entspannt. Kinder winken uns entlang der Starße zu und auch sonst läuft es bisher ganz gut und das darf auch gerne so bleiben...
Wir wünschen euch ebenfalls einen entspannten Sonntag
#abenteuer #campervan #tansania #africa #overlander #reisen #weltreise