
»Reisewarnung für DKB- und Hanseaticbankkunden!!«
>>Unglaubliche Gastfreundschaft, unglaubliche Landschaft, unglaubliche Erfahrungen<< Im ersten Teil haben wir ja bereits etwas über das Land und die ersten Eindrücke geschrieben. Nun braucht es immer etwasZeit, um zu verstehen, wie so ein Land wirklich tickt. Wie sind die Menschen drauf, wie sind die Straßen, bzw. der Verkehr, wie und wo kommt man an die einheimischeWährung, anTreibstoff, Lebensmittel usw. Relativ schnell bekommt man auch ein Gefühl, obPolizei und Militär eher Freund oder nur lästige Wegelagerer sind. Daher nehmen wir Euch jetzt mit zum 2. Teil unseres kleinen Burundi-Abenteuer: Unsere Reise durch Burundi geht weiter und zwar an den Tanganyikaseeund somit nochmal an den Großen Arfikanischen Grabenbruch, wo sich gerade ein neuer Kontinent abspaltet (darüber haben wir ja bereits ausführlich berichtet). Auch hier sind wir im Vorfeld eher zufällig über eine Google Maps-Adresse gestolpert: „Bei Overlander sehr beliebt“. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass dies meist nix gutes bedeutet. Egal, falls wir nichts finden sollten, dann können wir ja mal vorbeischauen, so der Gedanke. Hier ganz im Westen sind die Menschen wesentlich freundlicher, sie grüßen und 🙋🏾 winken und ja auch hier wird noch oft gebettelt. Auch die Polizei bettelt ab und zu, ist aber immer freundlich und lässt schnell von uns ab. Überall stehen Schilder, die auf Straßengebühren hinweisen, aber wir werden jedes Mal durchgewunken, bzw. nicht beachtet. Die Piste entlang des Seeufers ist echt übel, also halten wir kurz an, um den Reifendruck zu reduzieren, damit es nicht so sehr rappelt. Auch hier fahren kaum Autos und nur ein paar LKW. Das erste Auto hält direkt an, kommt zurück und fragt, ob er helfen kann. Zur Erinnerung, in Marokko standen wir mit offener Motorhaube an einer Landstraße und auch das fünfzigste Wohnmobil mit bekannten europäischen Kennzeichen fuhr ungeachtet vorbei.
Dann kommen wir am sehr beliebten Overlander Hotel an. Das Gelände ist komplett offen, Menschen von der Straße gehen ungehindert ein und aus, wie sie wollen. Ein Mann mit einer Schnapsflasche in der Hand begrüßt uns bei unserer Ankunft, geht dann aber weiter. An der Tür der Rezeption dann drei Aufkleber von deutschsprachigen Overlander und irgendwann finden wir dann auch jemanden, der mit uns spricht. Wir fragen, ob wir hier auf dem Parkplatz in unserem Camper
übernachten können und ob es ein Restaurant gibt. Nach einem kurzen Telefonat dann die Ernüchterung: „$57,60/Nacht
auf einem offenen Hotelparkplatz! OK, alle Anzeichen sagen uns längst, vergiss es, da brauchen wir keine Sekunde darüber nachdenken.
Siegessicher und sehr hämisch kommentiert er unsere Entscheidung und sagt: „good luck“ und lacht dabei. Das passiert übrigens sehr häufig, wenn man etwas öffentlich macht!
Nochmal zur Erinnerung: Dreiviertel der Bevölkerung muss hier mit wenigen Cent am Tag auskommen! Das Gleiche widerfuhr uns auch an unserem letzten Camp. Der Besitzer, ein Däne, hat uns erklärt, dass $57,- (Das scheint hier der Einheitspreis für Europäische Touristen zu sein) für einen Schotterplatz mit rudimentärem Waschhäuschen, Lage: Am Ar… der Welt, vollkommen legitim ist, schließlich hat er dieses Jahr auf einem deutschen Campingplatz ebenfalls €60,- hinblättern müssen. Auch diesen Platz verlassen wir sofort, allerdings habe ich es mir dann doch nicht nehmen lassen, dem Besitzer aufgrund seiner Argumentation, vorzurechnen, dass dieser Preis in Deutschland ins Verhältnis gesetzt €14.200,-
entspräche, für einen Schotterplatz. Mathematik war nicht seine Stärke! Egal, wir machen es, wie wir es eben immer machen. Ganz ohne Google und auch ohne Stellplatz-App
(wir haben hier ohnehin keine SIM-Karte). Wir fahren weiter entlang der Piste am traumhaften Ufer
des Tanganyikasee und gegenüber kann man die Bergkulisse des Kongo (DRC) sehen. Palmen über Palmen
und das tief blaue Wasser des ebenfalls sehr tiefen Sees (1.470m). Wie gerne würden wir nochmal einen Abstecher in den Kongo machen, aber durch den Ebola-Ausbruch ist das derzeit keine gute Idee.
Dann passieren wir ein paar Resorts und fahren das Erste spontan an. Der freundliche Mann an der Rezeption heißt uns herzlich willkommen und zeigt uns die wirklich schöne und sehr gepflegte Anlage. Wir fragen, ob wir auf dem Parkplatz übernachten könnten und wir würden gerne im Restaurant etwas essen. Ja klar, kein Problem. Vielen Dank, was kostet das? Nix, ihr parkt ja nur. Unglaublich! Leider kam er kurze Zeit später nochmal und entschuldigte sich förmlichst, aber der Manager möchte das nicht. Die Entscheidung tut ihm unendlich leid und so gibt er uns den Tipp, es im Nachbar Resort zu probieren. Volltreffer! Über die Handtuchausgabe am Pool geht`s zum Koch und dann direkt zum Manager. Wir fragen, ob wir hier über Nacht auf seinem Parkplatz stehen können und er sagt, ja klar. Dann fragen wir was es kostet: „Nix“. Ihr steht ja nur auf dem Parkplatz.
Ok, dann kommen wir zum Essen. Müsst ihr nicht und außerdem könnt ihr gerne die komplette Anlage benutzen.
Er hat nur eine Bitte, er möchte unser Fahrzeug sehen, in dem wir hier übernachten wollen. Die Schiebetür geht auf und die Augen werden immer größer. Da ist ja ein ganzes Haus drin. Ja, Schlafzimmer, Badezimmer, Esszimmer, Küche und Wohnzimmer. Strom aus der Solarzelle und Wassertanks unterm Bett. Verbrauch: 8L/100km. Die beiden sind komplett aus dem Häuschen, sowas haben sie noch nie gesehen. Wir können bleiben, solange wir wollen und bekommen sogar einen Angestellten an die Hand, der uns jeden Wunsch erfüllen soll, solange wir hier sind. Heiße Dusche, Pool, Restaurant, Wassertanks befüllen, Strand, egal was. Die Anlage ist weder bei Google noch bei iOverlander als Overlander-Platz erwähnt, dafür oder gerade deswegen einfach nur traumhaft.
Selbstverständlich gehen wir hier am Abend richtig lecker essen und genießen das unglaubliche Ambiente am Tanganyikasee und dem fantastischen Sonnenuntergang.
Einheimische Gäste fragen, ob sie ein Selfie mit uns bekommen und wir stimmen selbstverständlich zu.
Nein, wir geben Name und Koordinaten nicht bekannt. Unser Motto: Ein Fahrzeug für eine Nacht, egal wo, hat noch nie gestört und versaut auch nicht die Preise. Massenverbreitungs-Apps vernichten diese schönen Plätze dagegen im Zeitraffer, wie wir leider schon oft erlebt haben.
Unser Fazit:
Burundi gehört definitiv zu den etwas schwierigeren Ländern Afrikas, weil es so gut wie keine Infrastruktur gibt und Land und Leute über Jahrzehnte kaum gutes erlebt haben. Burundi ist ein Land für Abenteurer, die auch weit abseits des Gewohnten zurechtkommen, die kein Google und keine App zum Reisen brauchen. Die damit klarkommen, dass sie eventuell keinen Kraftstoff bekommen, kein Internet und kein Geld aus dem ATM. Wildcamping ist nahezu unmöglich bzw. vielerorts nicht ratsam, da es einfach zu dicht bevölkert ist und sich sofort Menschen um das Auto versammeln, sobald man irgendwo anhält. Wer einen „Safeplace“ zum Nächtigen braucht sollte viel Erfahrung oder viel Geld mitbringen. Wir sind uns aber sicher, dass auch in Burundi für jeden etwas dabei ist und jeder seinen Weg findet und dann gibt es auch hier richtig schöne Orte zum Genießen.
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Absolute Kontraste, absolute Armut, absolutes Abenteuer Wir sind inzwischen in Burundi
und wir wissen mal wieder nicht womit wir anfangen sollen. Selten waren wir von einem Land so hin und hergerissen, nirgends waren die Kontraste so extrem und nirgendwo war Afrika bisher mehr Afrika, als hier in Burundi, dem 26. Reiseland auf unserer großen Afrikareise.
Wir fahren mit unzähligen Widersprüchen und Unklarheiten zur Grenze. Haben vorab online eine Berechtigung zur Erlangung unserer Visa beantragt und während mein Visum-Antrag binnen 5 Minuten genehmigt wurde, mit dem Zusatz, dass ich mich morgen um 8:00Uhr auf der Behörde in Bujumbura (1.150km und min. 20h entfernt) einzufinden habe, Verspätungen werden nicht geduldet, wurde Barbaras Antrag nicht bearbeitet.
3 Tage später stellen wir diesen nochmals und diesmal wird er nach ca. 3h ebenfalls durchgewunken und auch sie hat sich umgehend in Bujumbura einzufinden.
An der Grenze soll es angeblich nur ein 3 Tages Transitvisa geben, welches in Bujumbura verlängert werden muss. Die Grenze zu Ruanda ist wegen politischen Spannungen dicht, also Ausreise nur über Tansania möglich. Dadurch fallen erneut die Visagebühren und die TIP-Gebühren an (trotz CDP). Tankstellen mit Kraftstoff oder sonstige Infrastruktur sind im ganzen Land faktisch nicht vorhanden und nicht nur das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Burundi.
Also mal wieder die besten Voraussetzungen
An der Grenze, wer hätte es gedacht, kam dann alles wieder ganz anders, als im Internet und einschlägigen Reiseforen und -apps dramatisiert wurde. (Wir nutzen ja genau aus diesem Grund keine Reiseapps, aber man hat uns eben davon berichtet).
Fieber messen, Hinweis auf Ebola, Geldtauscher abwimmeln, anstandslos ein 30 Tage Visa erhalten, CDP gestempelt ($15,- die wir natürlich nicht bezahlt haben), fertig. Wir fahren los und sofort kommen uns mal wieder Fahrzeuge auf unserer Spur entgegen und weichen auch nicht aus! Ok, das ist nix neues und das sind wir gewohnt, aber diesmal ist es anders. Alle kommen uns auf unserer Spur entgegen! Wir gehören ja bekanntlich nicht zu den „Mr. & Mrs. over-prepared-Reisenden“, die alles vorher bis ins kleinste Detail zu Tode recherchieren und dann die interessanten, schwierigen Länder lieber auslassen, sondern fahren einfach drauf los und hier in Burundi eben auf der falschen Straßenseite, denn hier ist wieder Rechtsverkehr.
Jetzt aber erstmal Pause machen und was essen. Wir fahren auf einen Schotterweg der uns etwas von der Straße und dem letzten Bergdorf wegbringt. Burundi ist sehr bergig und das am dichtest bevölkerte Land in Afrika. Sofort rennen uns Kinder in schmutziger, zerfetzter Kleidung hinterher, wo eben noch niemand zu sehen war. Wir wenden und fahren direkt zurück zur Straße. Dann werden es immer mehr, auch Erwachsene, bewaffnet mit Stöcken und Steinen. Immer mehr kommen über den Hügel aus dem Dorf angerannt, wir kommen uns vor wie in einem Zombie-Film!
Wir fahren mit Vollgas die steile, zerklüftete Piste rauf zur Straße, sie haben uns den Weg abgeschnitten und die ersten Steine fliegen. Wir sind schnell und wir weichen nicht aus, halten voll drauf und die Meute von etwa 40-50 bewaffneten und hoch aggressiven Menschen gestikuliert wild. Die meisten Steine verfehlen uns, da erstmal nur die Kinder werfen. Wir haben keine Ahnung, was hier los ist, wollen es mit diesen Menschen, die offensichtlich extrem arm sind, auch nicht ausdiskutieren. Sie sehen uns als Eindringlinge, eventuell vermuten sie einen verfeindeten Nachbarstamm hinter der Aktion, der ihnen ihr Land streitig machen möchte. Wir wissen es nicht, wir fahren weiter, bloß weg hier. Das war ein Einstieg in ein neues Land, wie wir ihn nicht erwartet haben. Später sprechen wir mit einem Einheimischen darüber, auch er kann es sich und uns nicht erklären, verweist aber auf schwierige Gebiete, die wir besser meiden sollten.
Burundi: ehemaliges Königreich, deutsch und belgisch Kolonial, danach Bürgerkrieg bis 2005, Frieden 2005-2015, darauf folgt die große Krise, Militär-Putsch, Massaker, Flucht, Hinrichtungen, usw. Burundi gilt als eines der ärmsten Länder der Welt, wenn nicht sogar als das ärmste Land der Welt! Mehr als dreiviertel der Menschen leben hier unterhalb der absoluten Armutsgrenze von weniger als $3,-/Tag. Die absolute Armutsgrenze bezieht sich allerdings nicht, wie viele glauben, darauf, dass die Menschen hier $3,-/Tag zur Verfügung haben, sondern lediglich auf die Kaufkraft von $3,- in den USA. Also weniger als ein Stück Brot und etwas Wasser pro Tag, was in Burundi wenige Cent kostet. Keine Lebensmittel, keine Kleidung, kein sauberes Trinkwasser, kein Strom, keine Unterkunft, Nichts! In ganz Europa gibt es solch eine Armut de facto nicht! Aber warum reist man in solch ein Land? Wir haben direkt die vereinzelten Kommentare von Lesern, die uns nicht kennen vor Augen. Daher klären wir vielleicht nochmal auf: Wir sind „Abenteurer“ und „Weltreisende“ der alten Schule und keine modernen „App-Touristen“ oder irgendwelche sensationsgeilen Youtuber! Wir bereisen auch die schwierigen Länder (keine Kriegsländer) und lassen uns nicht von Panikmache oder irgendwelchen Internet-Hypes beeinflussen. Wir wollen die Welt sehen, wie sie ist, nicht wie man sie gerne hätte. Deshalb berichten wir darüber, was wir erleben, ganz ohne Drama für Klicks und Likes, also genau so, wie wir es erleben. Keine Inszenierung, keine fake KI-Bilder, 100% Non-Profit, 100% authentisch, 100% Abenteuer. Deshalb bereisen wir auch solche Länder.
Die Kontraste in Burundi sind enorm. Auf Lehmhütten folgen Prachtbauten, auf übelste Schlaglochpisten 1a Asphalt mit Mittelstreifen und Verkehrsschildern. Im Osten des Landes haben die Menschen oft einen sehr grimmigen Blick, kaum jemand lacht, kaum jemand grüßt aber sehr viele betteln. Wir fahren durch die Berge, rauf auf über 2.000m, teils zeigt das GPS sogar 2.300m ü.d.M. an. Der Ausblick ist toll, zwischen den Bergen immer wieder Landwirtschaft, Bewässerungssysteme und Kinder die darin baden. Alle Tankstellen haben geschlossen und nur an zweien haben wir beobachtet, dass sich bereits kilometerlange Autoschlangen bildeten. Das Haupttransportmittel ist hier das Fahrrad. 🚴
Nahezu alles Mögliche und auch Unmögliche wird damit transportiert. Die Ernte, Holzkohle, Backsteine oder ein Schlafzimmer. Bergauf wird die teilweise enorme Last geschoben und bergab oft halsbrecherisch durch Kurven und um Schlaglöcher manövriert. Oft ist der Badelatschen die einzige Bremse und so weichen wir jedes Mal aus, wenn uns Radfahrer bergab entgegenkommen. Wildcampen kann man hier komplett vergessen und spätestens nach unserer Mittagspausen-Erfahrung denken wir darüber auch nicht mehr nach. Auf Google Maps finden wir einen Eintrag, dass man an einem Hotel stehen kann. Die Zufahrt auf den Pisten durch das enge Bergdorf ist nicht ohne, das Hotel ist stark in die Jahre gekommen und der Manager schlägt gleich mal um 100% auf, $20,- für den Parkplatz im Hof mit einer Toilette, wie ich sie zuletzt in den Yungas (Bolivien) gesehen habe. Wir geben ihm $10,- und kommen zum Abendessen ($15,- für 2 Essen und Getränke). Am nächsten Tag wechseln wir beim Reifenhändler in der Hauptstadt Gitega erstmal Geld und bekommen etwa das doppelte wie auf der Bank und 20% mehr als an der Grenze.
Dann geht es weiter durch die Berge zur südlichsten Quelle des Nils. Von hier fließt das Wasser über 6.650 – 6.671 Kilometer über den Kagera-Fluss und den Victoriasee in den weißen Nil und weiter bis zum Mittelmeer und ist somit der längste Fluss der Welt. Eine Pyramide, eine tolle Aussicht und ganz unspektakulär ein Wasserrohr aus dem Erdreich markieren die Quelle. Jetzt wünschen wir euch erstmal einen schönen Sonntag und nächste Woche folgt Teil_2 mit einem Erlebnis, das wir uns in
so hätten nicht träumen lassen... #Abenteuer #campervan #africa #Burundi #reisen #overlander #reisefotografie #weltreise
>>Das Zootier des Jahres 2026, ein Schakal der eigentlich ein Wolf ist und ein übereifriger Tourguide<< Ngorongoro Krater Teil_2: Afrikas Nationalparks auf die Big 5 zu begrenzen wäre fatal, trotzdem buchen jahrlich rund 12-15 Mio. Touristen ganz gezielt eine Fotorundreise oder eine Safari im südlichen und östlichen Afrika, um die Big 5 zu sehen.
An unserem Campin den umliegenden Bergen, etwa 45 Autominuten vom Eingang des Kraters entfernt, beobachten wir täglich Touristen die nur hierherkommen, um die Big 5 abzuhaken. Geld, so scheint es, spielt dabei keine Rolle!
Täglich geben sich kleinere und größere Reisegruppen quasi die Klinke in die Hand und sind dann auch schon wieder weg. Wir bleiben, genießen die Natur und das Wildlife, was die allermeisten hier völlig übersehen, während sie uns vom Reisestress und Mamutüberlandfahrten kreuz und quer durchs Land berichten: „Und ihr, auch zwei Wochen Highlights Tansania und Kenia? Nein, 2 Jahre und vielleicht bleiben wir hier noch ein drittes Jahr.“
Es ist immer wieder schön, entgleisende Gesichtszüge zu sehen, die irgendetwas zwischen völlig überrascht, absolut begeistert und auch ein wenig Neid (meist positiver Neid in Form von, ich will auch) auszudrücken versuchen.
Und so ist dann auch unser Tourguide etwas irritiert, dass wir dem „Zootier des Jahres 2026“, dem „Kronenkranich“, mehr Zeit schenken als denLöwen,Elefanten,Nashörnern,Wasserbüfeln und dem
Leoparden (den wir diesmal nicht gesehen haben). Andere Safarifahrzeuge halten neben uns, in der Hoffnung wir hätten etwas „Besonderes“ gesehen, fahren meist aber sofort wieder weiter. Ist ja nur ein Vogel!
Nein, ein vom aussterben bedrohter Kronenkranich, dem halt leider nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie demNashorn und gerade deshalb wohl irgendwann einfach still und leise verschwinden wird
Dann läuft uns ein Schakal vor die Linse. Allerdings trägt er eine markante Fellzeichnung, die sich vom Schabrackenschakal deutlich unterscheidet. Für unseren Guide ist es ein Schakal, für uns ist es aber der Afrikanische Goldwolf, der tatsächlich lange Zeit für ein Goldschakal gehalten wurde. Wieder weisen wir unseren Guide an, zu halten. Diesmal erspähen wir eine Gruppe Rosapelikane mit Jungtieren und auf der anderen Seite eine Windhose über einer Salzfläche. Unser Guide hatte es nicht einfach, hat er doch permanent versucht die Big 5 für uns zu finden, indem er sich über Funk mit den anderen Guides abgesprochen hat. Von weitem konnte man schon an den vielen Safarifahrzeugen sehen, wo es etwas zu sehen gab. Nicht selten haben wir ihm gesagt er könne ruhig weiterfahren. Die Tiere haben sich längst an die Touristen gewöhnt und lassen sich nicht stören. Befremdlich fanden wir eher, dass einige Safarifahrzeuge eine über die Piste laufende Herde Gnus oder auch Zebras agressiv durchbrochen haben, anstatt kurz zu warten.
Diese Erfahrung hat uns mal wieder gezeigt, wie wertvoll unsere „self-guided-touren“ in den kleinen und oft unbekanteren Parks sind und es genau das ist, was wir in
Afrika so mögen. Nach 5 erholsamen Tagen in einem abgelegenen Camp in den Bergen geht es auch für uns wieder weiter. Im Ort wollen wir noch kurz ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt kaufen, als ein vollbestztes Safarifahrzeug die selbe Idee hatte. Bei unserer Ankunft haben wir genau in diesem Laden bereits ein paar Getränke gekauft. Der Tourguide unterbricht die Dame des Ladens und übernimmt die Preisgestaltung. 6 Flaschen Wasser kosten jetzt TZS 15.000,- statt TZS 4.500,- auch der Preis der Pepsi hat sich plötzlich verdreifacht.
Die Tourigruppe kauft eifrig ein, während wir kopfschüttelnd alles stehenlassen und einfach weiterfahren. Wir biegen von der „Goldgräber-Straße“ rechts ab, lassen den letzten Park hinter uns und kaufen ohne vorher nach dem Preis zu fragen eine ganze Tüte Obst & Gemüse, sowie das Wasser und die Pepsi für TZS 11.000,- (= €3,55) Wir wünschen einen schönen Sonntag
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>>Ein eingestürzter Vulkan, 25.000 Säugetiere und eine der teuersten Touristenattraktionen der Welt!<< In Arusha holen wir erstmal unser neues Carnet de Passages ab, das wir uns aus
haben schicken lassen. Das hat erstaunlich reibungslos funktioniert und so saßen wir nach gerademal 2min wieder im Auto und unsere große Afrika-Reise kann weiter gehen
Dann geht es auf einer super guten Asphaltstraße in Richtung Osten. Schnell wird auch klar, warum die Straße so gut ist. Fast jedes zweite Auto ist ein Touri-Safarifahrzeug. Auf den rund 140km haben wir definitiv mehr Touristen gesehen, als die letzten 22 Monate im restlichen Afrika
Falls die Straße noch keinen Namen hat: „Goldgräber Straße“ würde passen
Und tatsächlich führt die Straße zu einer der weltweit teuersten Touristenattraktion, einem eingestürzten Vulkan
Ok, evtl. kommen die Touristen aus aller Welt auch wegen den etwa 25.000 großen Säugetieren, die sich am ca. 260km² großen Kraterboden, mit seinen bis zu 600m hohen Kraterwänden, dauerhaft aufhalten.🦩
Ja, wir haben uns das volle Touriprogramm angetan. Eine eintägige private Safaritour in den „Ngorongoro Krater“ zu mehr als dem doppelten Preis, wie wir in Südafrika für über „80 Nationalparks“ ein Jahr lang bezahlt haben
Warum machen wir das..? Nun ja, wir können natürlich auch 60.000km durch Afrika fahren, um uns dann die Highlights nicht anzuschauen. Macht aber irgendwie auch keinen Sinn. Der atemberaubende Blick vom Kraterrand reicht bereits, um zu begreifen, warum man hier ist. Denn allein die Landschaft der größten, intakten und ungefüllten Caldera der Welt mit dem Sodasee, Lake Magadi und seinen Flamingos, Pelikanen, den gefährdeten Kronenkranichen und vielen mehr, ist es wert hierher zu kommen. Nicht umsonst ist dieser einzigartige Ort UNESCO Welterbe. Im Ngorongoro Krater lassen sich nicht nur die Big 5 entdecken, aber dazu gibt es mehr im zweiten Teil unserer Safari...
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